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Berufsschule2018-02-07T16:35:23+02:00

GESCHICHTE

Gründung der Berufsschule Nazareth in Togo

Dr. Josef Koumaglo ist ehemaliger Patenstudent der Pfarrgemeinde St. Michael in München-Perlach. Nach seiner Promotion und einer geistlichen Ausbildung kehrte er 1998 nach Togo / Westafrika zurück und übernahm als Pfarrer die im gleichen Jahr von den Comboni-Missionaren verlassene ehemalige Missionsstation mit Berufsschulzentrum in Afanya. Lediglich die Gebäude und einige nicht transportable Maschinen waren noch vorhanden.

Dadurch gab es im ganzen Südosten Togos keine Möglichkeit zur Berufsausbildung mehr. Dr. J. Koumaglo hat sich die Aufgabe gestellt, die Schule zu reaktivieren. Dazu bat er in seiner ehemaligen Patengemeinde in St. Michael Perlach um Hilfe.

Diese ermöglichte ihm den Bau einer Mauer um das Gelände, die Renovierung der elektrischen Leitungen und die Reparatur der noch vorhandenen Maschinen. Die notwendigen Gelder wurden durch verschiedene Aktionen des Sachausschusses „Eine Welt – Gerechtigkeit und Frieden – Bewahrung der Schöpfung“, wie z.B. bunte Abende, Bücherflohmärkte, Christkindlmarkt und Spenden, aufgebracht.
Zusätzlich wurden teils gebrauchte, teils neue Maschinen und Geräte nach Afanya geschickt.

Im Jahr 2000 konnte dann die Berufsschule unter dem Namen Centre Nazareth mit den Ausbildungszweigen Schreinerei und Zimmerei wiedereröffnet werden.

Insbesondere arme Jugendliche aus der Diözese Aného werden an der Berufsschule zu Schreinern und Zimmerern sowie Maurern ausgebildet. Nach drei Jahren Ausbildung erfolgt die staatliche Prüfung (Abschluss CAP [Certificat d’Aptidude Professionelle]). Für Schüler ohne mittlere Reife ist eine praktische Ausbildung möglich (Abschluss CFA [Certificat de Fin d’Apprentissage]). Angeboten werden außerdem PC-Grundkurse sowie die Ausbildung für Bürotätigkeiten.

Prof. Dr. Joseph Koumaglo
Seit dem Jahr 2000 ist Dr. J. Koumaglo Direktor der Berufsschule. Von seiner Lehrtätigkeit an der theologischen Fakultät der kath. Universität für Westafrika in Abidjan (Elfenbeinküste) ist er seit Sept. 2013 mit bischöflicher Genehmigung freigestellt und ist jetzt ausschließlich für die Berufsschule zuständig.

Sr. Josefa Ferrer, die Dr. J. Koumaglo während seiner Abwesenheit vertrat, kehrte 2013 aus gesundheitlichen Gründen in ihre Heimat Spanien zurück. Dankbar wünschen wir ihr an dieser Stelle alles Gute und Gottes Segen.

Unterbringung der Schüler/Schülerinnen-Schulgeld

Für auswärtige Schülerinnen/Schüler gibt es in Afagnan Schlafräume mit einfachen Betten und einen Raum mit Möglichkeit zum Kochen. Viele der Lehrlinge waren und sind auch heute noch so arm, dass sie kein Schulgeld zahlen können, obwohl in Afanya nur 23,00 Euro pro Jahr verlangt werden.

Außerdem müssen die meisten Jugendlichen, wenn sie von zu Hause weg sind, für ihren Unterhalt selbst sorgen, da ihre Familien in großer Armut¹ leben und so weder Schul- noch Verpflegungsgeld aufgebracht werden kann.

  1. Auf dem aktuellen Entwicklungsindex der Vereinten Nationen belegt Togo nur Rang 166 von 188 Ländern (2017). Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Besonders betroffen sind die nördlichen Landesteile und die ländlichen Gebiete. Etwa ein Drittel der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, fast 90 Prozent verfügen über keine angemessene Sanitärversorgung. 15 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner sind unterernährt, 70 Prozent der Kinder unter fünf Jahren leiden unter Anämie (Blutarmut).

Geschichte in Zahlen

2001

2001 begann die Berufsschule Nazareth mit Grundkursen für PC-Kenntnisse und Bürotätigkeiten nach der Errichtung von Klassenzimmern (Finanzierung durch Sachausschuss).

2005

2005 folgte der Ausbildungszweig Maurerei.

2006

2006 konnten mit finanzieller Unterstützung des Päpstlichen Kindermissionswerkes in Aachen zwei Klassenzimmer, Duschen und Toiletten und ein Küchengebäude errichtet werden.

2007

2007 erfolgte die Gründung des Vereins Freunde der Berufsschule Nazareth / Togo – Hilfe zur Selbsthilfe.

2007/2008

2007/2008 erfolgte der Bau einer Werkhalle für Maurer (Finanzierung durch den Verein).

2008

2008 erhielt die Schule die staatliche Anerkennung. Seither unterrichten auch drei vom Staat bezahlte Lehrer an der Berufsschule.

2008/2009

2008/2009 ermöglichte der Verein die Neueindeckung der Werkhalle und der Klassenzimmer der Schreiner.
Ebenso konnte der Verein eine Erhöhung der Lehrergehälter ermöglichen und sie somit auf das Niveau der staatlich bezahlten Lehrer anheben (zwischen € 70,00 und 125,00 im Monat).

2009/2010

2009/2010 wurde eine zweite Werkhalle für die Maurer errichtet (Finanzierung durch den Verein).

2010

2010 erhielt die Berufsschule vom Verein und der Pfarrei St. Michael Perlach und St. Georg Unterbiberg zum 10-jährigen Bestehen einen gebrauchten Lkw.

2010/2011

2010/2011 wurde eine dritte Werkhalle für die Maurer gebaut (Finanzierung durch den Verein). Die notwendige Neueindeckung des Verwaltungsgebäudes konnte ebenfalls erfolgen.

2011

2011 erzielten die Absolventen der Schreinerei und Maurerei der Berufsschule „Nazareth“ die besten Prüfungsergebnisse von ganz Togo.

2012

2012 erhielt die Maurerei einen gebrauchten Lkw mit Kran, einen Minibagger, eine Rüttelplatte und ein fahrbares Gerüst, um Aufträge annehmen zu können.

2013/2014

2013/2014 errichtete die Maurerei einen Laden mit Ausstellungsraum (für die Produkte der Tischlerei) und das Informatikgebäude wurde um ein Stockwerk erhöht und ein Internetcafé eingerichtet, um Einnahmen für die Berufsschule zu erwirtschaften.

2015

Beantragung von Zuschüssen für die geplante Kfz-Berufsschule beim BMZ, Kindermissionswerk und Global Care. Die Anträge werden genehmigt.
Grundsteinlegung der Kfz-Abteilung am 11. Oktober und anschließend Beginn der Bauarbeiten.

2016

Spende eines Toyota-Hilux von der Kirchenstiftung St. Michael.
Herr Altmann, Lehrer am Städtischen Berufsschulzentrum für Fahrzeugtechnik, München, hilft beim Einbau der neuen Geräte und Maschinen.
Einweihung der Kfz-Schule am 11. Oktober 2016.
200 Lehrlinge beginnen die Ausbildung an der neuen Schule.

2017

Herr Altmann gibt den Lehrern eine Einweisung in die neuen Maschinen und Geräte.
Herr Wolfgang Keil und Herr Dr. Karl Schimmel besuchen die Schule in Vogan und nehmen an der Freisprechungsfeier der Lehrlinge in Afanya teil.

Während all der Jahre konnten regelmäßig Hilfsgüter (Fahrräder, Maschinen für die Schreinerei und Maurerei, Geräte, Nähmaschinen, Stoffe, Nähzubehör, Schreibmaterial, Monitore, Laptops etc.) geschickt werden.

Wir sind Frau Margret Kopp, Vorstandsvosritzende von Aktion PiT – Togohilfe e.V., sehr dankbar, dass wir uns an ihren Container-Lieferungen nach Togo beteiligen konnten und können. Sie stand und steht uns auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.

Die Schule wird christlich geführt, steht aber auch Andersgläubigen offen. In ihr soll ein liebevoller Umgang miteinander das Schul- und Arbeitsklima bestimmen.
Bischof Dr. Isaac Gaglo, Dr. Joseph Koumaglo und die Bevölkerung der Diözese Aného sind sehr stolz auf ihre Berufsschule. Zu deren Gelingen tragen die Lehrer der Berufsschule mit außerordentlich intensiver Eigeninitiative bei (Verkauf von selbst hergestellten Möbeln, Auftragsarbeiten), um den Jugendlichen eine gute und selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen.

ABTEILUNGEN